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Stimme des Waldes

Instituto Pakakuru – Volk der Shanenawa

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Manipá Shanenawa

Xanupá

Shanenawa

Vawinawa

Shanenawa

Vorstellung

Könntet ihr euch vorstellen und erzählen, wer ihr innerhalb des Volkes der Shanenawa seid?

 

Manipá: Ich bin Manipá, spiritueller Pajé – nicht nur für mein Volk, sondern auch außerhalb. Ich trage die Verantwortung, die Jugend des Dorfes zu repräsentieren, und bin außerdem Berater für die Gesundheit der indigenen Bevölkerung. Ich bin ein junger Mensch, der durch die Spiritualität Anerkennung im Volk gefunden hat, und die Menschen begegnen mir mit großer Zuneigung. Auch in anderen Gemeinschaften werde ich als zukünftige große Führungspersönlichkeit angesehen. Aber mein aktueller Kampf ist es, Verbesserungen für das Dorf zu erreichen. Ich bin Meister in der Medizin des Rapé.

Xanupá: Ich bin Xanupá Shanenawa, spiritueller Führer des Volkes der Shanenawa, und ich habe verschiedene Aufgaben innerhalb der Gemeinschaft. Ich bin der aktuelle Präsident der Genossenschaft unseres Volkes, Vertreter des Sports und ich repräsentiere auch die Gruppe der Musiker der heiligen Gebete (Rezos). Ich wirke als spiritueller Begleiter innerhalb der Studienlinien der Medizinen.

Vawinawa: Shava Shava. Ich bin Vawinawa Shanenawa, Vertreter der Kultur und der Jugend des Dorfes Morada Nova. Ich bin Meister in der Herstellung der heiligen Medizin Uni (auch bekannt als Ayahuasca), spiritueller Präsident der Gruppe des Heilungshauses Casa de Cura Pakakuru und ebenfalls ein spiritueller Führer der Heilung — ein spiritueller Heil-Pajé mit tiefem Wissen über die Heilung mit Heilkräutern.

Was ist die Geschichte eures Dorfes und eurer Ahnenlinie?

Manipá: Die Geschichte des Ortes, an dem ich geboren wurde – das Dorf Morada Nova – ist Teil einer Linie von Pajés, die die spirituelle Gabe in sich tragen. Wir haben diese Gabe von unserer Urgroßmutter und nun von unserer Mutter geerbt, und durch diese Spiritualität arbeiten wir heute damit. Die Geschichte unseres Volkes, kurz zusammengefasst: Nach einem Krieg blieben nur 16 indigene Menschen übrig. Das war die Familie unseres Urgroßvaters Inácio Brandão, der in der indigenen Sprache Tekavayni heißt. Ihm ist es zu verdanken, dass das Volk der Shanenawa heute überhaupt noch existiert; er war der große Pfeiler unseres Volkes. Wir tragen den Namen Shanenawa mit Stolz.

Vor einigen Jahren durften wir unsere indigenen Namen wegen Vorurteilen noch nicht offiziell registrieren lassen. Wir waren gezwungen, einen Namen der Nawa anzunehmen – den Namen der Weißen. Deshalb haben wir im Register andere Namen, aber in der Gemeinschaft sind wir unter unserem indigenen Namen bekannt. Manipá bedeutet: „Alles, was der Mensch tut, wird zu Kunst“ – ein großer Kunsthandwerker. Das Dorf Nova Vida war das zweite Dorf, das gegründet wurde. Es wurde von Murarí Shanenawa, dem Sohn des alten Inácio Brandão, ins Leben gerufen, als die Zahl der indigenen Menschen wuchs.

Xanupá: Es ist schwer darüber zu sprechen, denn die Geschichte ist lang. Ich entstamme einer Linie spiritueller Frauen, die von der Stammmutter des Shanenawa-Volkes ausgeht: der Ältesten Pakakuru, meiner Urgroßmutter. Ich bin aus dem Dorf Morada Nova, dem ersten gegründeten Dorf, in dem ich geboren und aufgewachsen bin und in dem ich bis heute lebe. Das Dorf wurde 1956 gegründet und ist heute das größte Dorf mit der höchsten Einwohnerzahl der Shanenawa: 860 Menschen und 160 Familien.

Vawinawa: Shava Shava. Meine Linie stammt von zwei Hauptpfeilern ab: Der erste ist die Führung meines Urgroßvaters Tekavayni, der größten politischen Führungspersönlichkeit des Shanenawa-Volkes. Und die spirituelle Linie stammt von meiner Urgroßmutter Pakakuru, der stärksten Pajé unseres Volkes. Wir sind die Saat dieser beiden Menschen und kämpfen sowohl auf spiritueller als auch auf indigen-politischer Ebene. Mein Dorf ist Morada Nova, das erste Dorf des Shanenawa-Volkes, das in der Gemeinde Feijó gegründet wurde. Bis zum heutigen Tag wird das Dorf von der Nachkommenlinie dieser beiden Menschen geführt: Tekavayni und Pakakuru. Heute übernehmen wir die Führung in diesen beiden Bereichen, dem spirituellen und dem politischen, um Verbesserungen für unser Volk zu erreichen.

Ursprung des Instituts

Wie ist das Instituto Pakakuru entstanden? Was hat die Gründung des Instituts im Dorf motiviert und was ist seine Mission?

 

Manipá: Es entstand aus einem Gespräch zwischen Xanupá, Vawinawa und mir. Wir wollten über das Institut etwas aufbauen, um nicht nur dem Volk der Shanenawa zu helfen, sondern auch anderen Völkern und den Ribeirinhos (den Menschen, die am Flussufer leben und nicht indigen sind). Wir suchen nach Ressourcen für die Wiederaufforstung und wollen sogar im Bereich der Fischzucht arbeiten, um Arbeitsplätze und Einkommen in der Gemeinschaft für die Menschen zu schaffen, die es wirklich brauchen. Das war der Weg, den wir gesehen haben, um unserem Volk zu helfen.

 

Xanupá: Das Instituto Pakakuru entstand aus Gesprächen über die Bewahrung und Stärkung unserer Kultur. Wir haben dann den Entschluss gefasst, das Institut rechtlich zu formalisieren, um unserer Natur und der Gesellschaft, die Hilfe braucht, Unterstützung bieten zu können. Oft hat eine solche Organisation mehr Kraft als eine Privatperson. Das Institut hat also genau das im Blick: die Umwelt zu schützen und die indigene Basis des Shanenawa-Volkes zu stärken.

 

Vawinawa: Das Instituto Pakakuru Shanenawa entstand aus der Notwendigkeit heraus, die Natur und den Geist zu schützen – nicht nur für das Volk der Shanenawa, sondern für alle Völker im Allgemeinen. Das Instituto Pakakuru ist die Stimme des Waldes und der Geister des Waldes. Wir sind nur die Botschafter dieser Stimme, die die Welt um Hilfe ruft.

Was bedeutet „Pakakuru“?

 

Xanupá: Pakakuru. Paka bedeutet Taboca (ein Bambus des Waldes) und kuru bedeutet grau. Grauer Bambus, wenn man das Wort übersetzt. Aber die spirituelle Bedeutung ist „der Geist des Waldes“. Denn die Taboca ist ein Baum, der wie ein Pfeiler steht, aber er wird erst dann widerstandsfähig, wenn sich ein Konglomerat aus vielen Tabocas bildet – aus einer einzigen Wurzel wachsen viele Stämme. Das ist auch die spirituelle Bedeutung: die Einheit.

Zudem ist es eine sehr scharfe Pflanze. In unserem Volk diente die Paka früher als Messer und Pfeilspitze. Und Pakakuru ist auch der Name der Stammmutter der Spiritualität unseres Volkes, unserer Urgroßmutter. Zu Ehren dieses legendären, göttlichen Wesens, das aus dem verzauberten Wald stammt, haben wir das Institut benannt.

Zweck und Vision

Welche Art von Zukunft wünscht ihr euch für den Wald und für die nächsten Generationen?

 

Manipá: Ich sehe, dass unsere Projekte sehr helfen werden, denn wir wissen, dass die Natur in Zukunft noch viel mehr im Fokus stehen wird. Es ist eine Sorge von uns, dass unsere Kinder und Enkelkinder diesen Kampf fortführen, wenn wir einmal in die spirituelle Welt übergehen. Von jetzt an wird sich vieles verändern, vor allem wegen der Klimakrise. Wir wissen, dass es keine Fische mehr gibt, und all das fließt in einem einzigen Projekt zusammen. Aus diesen Gründen machen wir uns große Sorgen um unsere Kinder. Ich hoffe, dass alles gut geht und die nicht-indigenen Menschen den Wald nicht zerstören.

 

Xanupá: Ich wünsche mir für die Zukunft einen Wald, der gute Früchte trägt. Dass meine Enkel und Urenkel den Wald noch so kennenlernen können, wie ich ihn heute kenne. Dass sie all die Tiere erleben können, die wir in unserem Shanenawa-Wald haben. Das ist die Zukunft des Waldes: ihn noch grüner zu sehen und voller guter Früchte. Das ist die Vision, für die ich bis zum Ende kämpfen werde – einen verzauberten und grünen Wald zu haben. Shava Shava. Viele kleine „Shavazinhos“ im Wald feiern zu sehen.

 

Vawinawa: Shava Shava. Ich wünsche mir, dass der Wald die Gier und die Bosheit des Menschen überlebt und dass er für meine Enkel und meine Kinder erblühen kann. Ich wünsche mir, dass der Mensch den Charakter besitzt, den Wald zu beschützen, ihn zu pflegen und zu behüten, und dass Gott den Wald so im Herzen trägt wie ich.

Wie seht ihr die Rolle des Shanenawa-Volkes beim Schutz des Amazonas?

 

Manipá: Unsere Rolle im Volk der Shanenawa ist uns schon von Geburt an in die Wiege gelegt: der Schutz der Natur. Denn von dort holen wir unseren gesamten Lebensunterhalt, all unsere Medizinen. Für uns ist der Wald das Leben. Einen indigenen Menschen ohne Wald gibt es nicht. Der indigene Mensch hat eine tiefe Verbindung mit dem Wald.

 

Xanupá: Der Wald und das Volk der Shanenawa sind eins, sie sind miteinander verbunden. Ich sehe es so: Wenn wir uns um uns selbst kümmern, kümmern wir uns um den Wald. Und der Wald gibt uns nur gute Dinge zurück: Er schenkt uns Früchte, Trinkwasser, reine Luft und gute Erde zum Anpflanzen. Der Shanenawa ist eins mit dem Wald, ein einziges Wesen. Ich glaube, das Volk der Shanenawa ist das Sprachrohr des Waldes.

 

Vawinawa: Die Rolle des Shanenawa-Volkes ist von großer Bedeutung für den Schutz des gesamten Waldes. Unser Volk sieht den Wald als Leben, als ein lebendiges Wesen, in dem jeder Baum eine Geschichte in sich trägt. Jedes Tier hat eine Bedeutung und seine eigene Kraft. Deshalb schützt das Volk der Shanenawa den Wald so sehr. Wenn der Wald stirbt, stirbt auch das Volk der Shanenawa.

Beziehung zum Wald

Wie lernt ihr von der Natur und von den Ahnen?

 

Xanupá: Alles Wissen kommt von Mutter Natur zum Volk der Shanenawa. Wir tun nur das, was die Natur uns lehrt. Und unsere Ahnen sprachen mit der Natur, sie hatten eine tiefe Verbundenheit mit ihr. Weil wir die Natur, den Wald, die Tiere, den Anbruch des Tages und den Sonnenuntergang respektieren, hat sie uns diese Weisheit geschenkt.

Vawinawa: Wir lernen von der Natur durch Beobachtung. Indem wir die Vögel, die Bäume und die Tiere beobachten. Unsere Ahnen gingen in den Wald und schauten hin. Sie sahen zum Beispiel, dass wenn sich ein Affe verletzte, er ein langes Stück lief, ein bestimmtes Blatt pflückte und es auf die Wunde legte. So verstanden sie, dass dieses Blatt half, das Blut zu stillen und Entzündungen zu hemmen.

So bauten sie Schritt für Schritt eine immer tiefere Verbindung zur Natur auf. Daraus entstanden die spirituellen Pajés, und bis heute lernen wir immer noch. Wir kennen nicht einmal 10 % von dem, was es in der Natur gibt. Deshalb schützen wir sie so, wie wir unser eigenes Leben schützen. Denn von ihr kommen die Nahrung und das Wissen.

Warum ist die Wiederaufforstung aus spiritueller und kultureller Sicht wichtig?

 

Manipá: Um die Spiritualität in der Zukunft zu bewahren, brauchen wir den Wald. Eine Sache, die ich immer sehr klar sage: Wir brauchen sie (die Natur), aber sie braucht uns nicht. Deshalb müssen wir diese Liebe besitzen, sie zu schützen, und diese Fürsorge, damit wir in Zukunft glücklicher mit unseren Medizinen leben können. Durch sie bringen wir Heilung und Spiritualität. Heilung und Spiritualität sind genau gleich: Sie gehen Hand in Hand, Seite an Seite. Die Heilkräuter zusammen mit der Spiritualität funktionieren so.

 

Xanupá: Die Wiederaufforstung ist aus spiritueller Sicht sehr wichtig, weil das Wissen aus dem Wald kommt. Wenn wir etwas pflanzen, wollen wir die Frucht sehen. Die Natur hat uns gepflanzt, sie sieht unsere Frucht und hält diese große Verbindung zu uns. Auf dieselbe Weise werden wir es mit ihr machen, damit die nächsten Pajés der kommenden Generationen ihre Waldmedizinen haben.

 

Vawinawa: Die Wiederaufforstung ist lebenswichtig, weil der Shanenawa-Wald und der Amazonaswald heute von Holzfällern und Menschen mit Gier im Herzen zerstört werden; sie töten den Wald und die Tiere. Wenn wir heute nicht aufforsten, werden wir morgen keinen Wald mehr haben. Es wird keine Flüsse und keine Igarapés (Waldbäche) für meine Kinder, Enkel und Urenkel geben. Und ohne die Flüsse, ohne die Bäche und ohne die Natur gibt es keine Spiritualität. In dem Moment, in dem wir den Wald verlieren, verlieren wir das Leben und unsere Verbindung zu den Geistern. Indem wir den Wald bewahren, beschützen wir unsere Verbindung mit dem Unsichtbaren.

Projekte und Aktionen

Welche Arten von Projekten möchte das Institut umsetzen?

 

Manipá: Es sind viele. Ich werde einige nennen, und die Jungs nennen andere. In Jesu Namen wollen wir in Zukunft nicht nur Wiederaufforstungsprojekte machen – das steht an erster Stelle –, sondern wir wollen auch die Fischzucht und Geflügelfarmen ermöglichen. Das wird den Menschen nicht nur Nahrung bringen, sondern auch Arbeitsplätze innerhalb der Gemeinschaft schaffen. Das ist einer der Schwerpunkte, die wir haben.

 

Xanupá: Das Instituto Pakakuru möchte mit Projekten arbeiten, die die Natur schützen und gleichzeitig Ressourcen in der Gemeinschaft generieren, damit wir immer mehr aufforsten können. Alle unsere Projekte sind auf die Natur ausgerichtet, um unseren Wald zu vergrößern und zu zeigen, dass wir durch diese Projekte Leben mitten im Wald erschaffen.

 

Vawinawa: Shava Shava. Das Instituto Pakakuru hat den Schutz der Natur zum Ziel, mit Projekten, die sich auf Baumarten konzentrieren, die vom Aussterben bedroht sind. Innerhalb der Gemeinschaft haben wir Projekte zur Stärkung der Kultur und der Spiritualität, bei denen wir Jugendliche und Kinder über die Wichtigkeit des Waldes aufklären. Wir arbeiten auch für den Schutz der Rechte der indigenen Völker – nicht nur des Shanenawa-Volkes, sondern aller Völker, die mit der Natur verbunden sind. Das Ziel des Instituts ist es, all das zu umfassen.

Wie laufen die Wiederaufforstungsaktionen in der Praxis ab?

 

Manipá: In der Praxis funktioniert das auf zwei Wegen. Der eine ist, dass wir selbst bestimmte Samen im Wald sammeln und sie an einem geeigneten Ort vorbereiten (mit Paú, wie wir Dünger in der Shanenawa-Sprache nennen). Wir bauen einen sehr großen Zaun, damit Hühner und andere Tiere nicht hineinkommen und die Setzlinge beschädigen. Dafür brauchen wir eine Gewächshausstruktur, und genau da kommen die Ressourcen ins Spiel. Nicht alles, was wir nutzen, nehmen wir aus dem Wald. Für manche Hölzer, die sich für den Bau eignen, müssen wir beispielsweise Partnerschaften mit Unternehmen eingehen, die legalen Holzabbau betreiben. Es ist nicht leicht für uns allein, alle Samen zu finden und zu sammeln. Wir brauchen also Unterstützung von Orten, an denen diese Samen kartiert sind, und auch Hilfe bei der täglichen Pflege und dem Umgang mit den Setzlingen.

 

Xanupá: Wir arbeiten auf kurze, mittlere und lange Sicht. Es gibt Samen, die schneller keimen, und andere, die länger brauchen und eine ganz besondere Pflege benötigen. Genau da kommen die Sponsorings ins Spiel. Wir können viele Bäume auf lange Sicht pflanzen, deren Ergebnis wir erst in 10 oder 15 Jahren sehen werden. Dafür müssen wir in die tägliche Pflege an einem speziellen Ort investieren, um die Setzlinge ständig zu behüten und zu schützen.

Wer nimmt an diesen Projekten innerhalb des Dorfes teil?

 

Manipá: Es sind die Menschen aus dem Dorf selbst, aber wir brauchen auch externe Fachkräfte und Techniker mit Fachwissen, die uns mit der professionellen Begleitung unterstützen, die diese Setzlinge und Pflanzen benötigen, insbesondere beim Wiederaufforstungsprojekt.

Verwendung der Spenden

Wie werden die erhaltenen Spenden verwendet?

 

Manipá: Die Spenden werden uns sehr dabei helfen, diese Fachkräfte und Techniker einzustellen. Außerdem gibt es Baumsetzlinge, die wir kaufen müssen, um aufzuforsten. Ein Beispiel: In unserer Region gibt es keine Paranussbäume (Castanheiras) mehr. Wir müssen sie also von woanders kaufen. Und warum die Paranuss? Weil die Menschen sie pflücken können, um sie zu essen, und den Überschuss auf nachhaltige Weise verkaufen können. Unser Fokus liegt darauf, gezielt fruchttragende Bäume zurückzubringen, die in unserer Region ausgerottet wurden. Die Ressourcen werden auch dafür sorgen, dass Mitglieder der Gemeinschaft für ihre Arbeit in diesen Projekten entlohnt werden können.

 

Vawinawa: Sie werden für den Aufbau der physischen Struktur des Instituto Pakakuru und für die tägliche Instandhaltung der Baumschulen verwendet. Es braucht jeden Tag Pflege, sonst geht die Arbeit nicht voran. Jeden Monat werden wir uns zusammensetzen, die Spenden durchgehen und sie auf die einzelnen Projekte aufteilen. Wir werden nicht nur an einer einzigen Sache arbeiten, sondern auf mehreren Wegen: sowohl in den Baumschulen als auch bei der Bewusstseinsbildung der Menschen für die Natur. Dabei wollen wir die Indigenen aufklären, aber auch die Ribeirinhos, da sie oft aus Mangel an Alternativen oder Information Abholzungen verursachen.

Wie garantiert ihr Transparenz und Verantwortung bei der Verwendung der Mittel?

 

Manipá: Wir werden die Transparenz direkt mit den Unterstützern leben, indem wir Videos, Berichte und Quittungen von allem, was gekauft wurde, senden. So bleibt die Rechenschaftslegung sichtbar. Heute helfen die sozialen Medien sehr, sie erlauben uns Updates und sogar Live-Übertragungen. Wir wollen alles in der Praxis sehr klar darstellen. Wir möchten diese Gelegenheit auch nutzen, um unsere Unterstützer und Interessierten zu uns ins Dorf einzuladen. Sie können die Projekte live sehen und gemeinsam mit uns die Bäume im Wald pflanzen. Das wird eine einzigartige und ganz besondere Erfahrung.

Partnerschaft mit dem Verein

Wie entstand die Partnerschaft mit dem Verein „Shanenawa Family“?

 

Manipá: Sie entstand durch unsere Gespräche mit Freunden in Europa, die uns – ob man will oder nicht – eine Überraschung bereitet haben. Durch diese Dialoge haben sie uns gefragt, womit wir Hilfe brauchen. Daraus entstand die direkte Idee unserer Freunde, diese offizielle Partnerschaft mit der Vereinigung ins Leben zu rufen.

Was bedeutet diese Kooperation / Partnerschaft für euch?

 

Vawinawa: Diese Partnerschaft bedeutet in erster Linie Einheit. Die Einheit verschiedener Völker. Unsere Mission heute im Instituto Pakakuru ist es, über die Wichtigkeit der Natur zu sprechen. Und dank Gott und den Geistern des Waldes hat diese Stimme den Ozean überquert und kam auf der anderen Seite der Welt an. Denn diese Projekte bringen nicht nur dem Volk der Shanenawa einen Nutzen, sondern der ganzen Welt und jedem einzelnen Menschen, der auf ihr lebt.

Wie seht ihr diese Brücke zwischen dem Wald und Europa?

 

Manipá: Diese Brücke zwischen dem Wald und Europa erlaubt uns, unsere Botschaft zu überbringen und den Menschen in Europa unsere Realität zu zeigen, da viele sie nicht kennen. Leider gibt es in Europa fast keine Urwälder mehr und die Menschen leben ein völlig anderes Leben; viele haben gar nicht die Möglichkeit oder die Neugierde, den Amazonas kennenzulernen. Durch diese Brücke werden viele Menschen die Augen für die Realität unseres Waldes öffnen.

Xanupá: Was ich in dieser Brücke sehe, ist, dass der Wald eine Stimme hat und um Hilfe ruft. Und es gibt Menschen auf der anderen Seite, die bereit sind, ihm zu helfen und ihn zu retten. Die Natur sucht diese Brücke, weil sie weiß, wo sie Unterstützung findet. Und Europa wird unserem Amazonaswald helfen, weil die Menschen dort das Gewicht und den Schmerz kennen, keinen Urwald mehr zu haben.

Kultur und Weisheit

Was sollten die Menschen in Europa über die Kultur der Shanenawa verstehen?

 

Xanupá: Ich möchte, dass die Menschen verstehen, dass es hier immer noch Spiritualität, Liebe und Freude gibt. Sehr viel Freude.

Manipá: Xanupá hat schon alles gesagt, genau so ist es. Es geht darum, das Vertrauen weiterzugeben, wie das Volk der Shanenawa lebt: indem wir einander vertrauen und uns alle als eine große Familie betrachten. So leben wir in unserer Gemeinschaft. Wir wünschen uns, dass sie ihr Herz öffnen und wissen, dass niemand allein auf der Welt ist; wir sind alle eine einzige Familie. Mögen die Menschen diese Sache unterstützen.

Schlussbotschaft

Welche Botschaft möchtet ihr denjenigen hinterlassen, die den Ruf spüren, diese Arbeit zu unterstützen?

 

Manipá: Das erste Wort lautet: Dankbarkeit! An die Menschen, die uns unterstützen: Möge es von Herzen kommen. Denn wenn es von Herzen kommt, fließt die Energie, die Dinge gelingen und die Wege öffnen sich. An alle Menschen, Partner und Unterstützer: Das Schlüsselwort ist Dankbarkeit. Ihr werdet es nicht bereuen, diesen Weg gemeinsam mit uns zu gehen.

Xanupá: Meine Botschaft ist folgende: Alle, die uns helfen, retten Leben! Sie retten die Kultur, sie retten ein Volk... fühlt euch glücklich, dass ihr eure Güte teilt. Und die letzte Botschaft ist: Alle Sponsoren und Brüder, die uns helfen, wohnen bereits in unserem Herzen und zahlen keinerlei Miete, im Namen Gottes und Jesu Christi.

Vawinawa: Wer den Ruf spürt, das Instituto Pakakuru zu unterstützen, unterstützt nicht einfach nur Privatpersonen. Er unterstützt den Wald, das Leben, die Kultur und die Spiritualität eines Volkes. Es ist, als ob jeder Unterstützer einen Baum im Wald pflanzen würde. Wenn man gut für ihn sorgt, wird er gute Früchte tragen. Das ist das Instituto Pakakuru. Zum Schluss danken wir von ganzem Herzen jedem, der diesen Ruf spürt, uns beizustehen. Shava Shava.

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